zur Orientierung / Standort / Funktion / Geschichte / Bewohner

Das Schloss wurde 1873 erbaut, nachdem ein älteres Haus – dessen Turm noch immer besteht - abgerissen worden war. Félix Meilheurat des Prureaux war der Erbauer; er starb jedoch vor der Fertigstellung des Baus. Die Familie Meilheurat ist eine sehr alte Familie der Region, deren Wurzeln wahrscheinlich in dem Ort Les Meilheurat in der Gemeinde Bert liegen.

Der Erwerb der Prureaux und der umliegenden Ländereien hat 1715 stattgefunden. In dieser Zeit waren die Meilheurats vornehme Kleinbauern. In den Dokumenten heißt es „propriétaires“`(Eigentümer). Sie arbeiteten nicht selbst sondern gaben ihre Anweisungen an Handwerker, die man „journaliers“ (Tagelöhner) nannte. Je nach Jahreszeit und Bedürfnissen wurden dann Steinhauer, Holzfäller, Zimmermänner, Dachdecker, Maurer oder Ochsenhirten beschäftigt. Auch gab es Knechte und Mägde, die auf dem Schloss lebten. Sie waren für die Instandhaltung des Gartens und des Hühnerhofes sowie die Versorgung der Pferde und Kühe zuständig.

Der Gutshof wurde von so genannten Halbpächtern bewirtschaftet. Diese hatten die Verantwortung für den Betrieb und zahlten keine Pacht, jedoch gaben sie die Hälfte des Viehs und der Ernten an den Besitzer ab. Der letzte Meilheurat des Prureaux, Paul, starb 1916. Seine einzige Tochter Ghislaine heiratete 1927 Roland Rochaïd Dadah, dessen Großvater Libanese war. 1993 verpachtete deren einzige Tochter Mme Monin das Château des Prureaux für die Dauer von 99 Jahren an Solidarités Jeunesses.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde ein großer Teil dessen, was Vieh und Mensch zum Leben benötigten, vor Ort produziert. Um den Hühnerhof herum befanden sich Geräteschuppen und eine Voliere - die heute verschwunden sind, ein Holzschuppen, ein Schweinestall, Hühnerställe, Kaninchenställe und ein Gebäude, um Pasteten zu garen. Des weiteren gab es eine „Orangerie“, in der bestimmte Sträucher überwinterten und alle 15 Tage die Wäsche gekocht wurde, einen Viehstall für fünf Kühe und ihre Kälber, einen Pferdestall, eine Sattlerei und ein darüber liegender Heuboden.

Der westliche Pavillon des Gebäudekomplexes diente den Bediensteten als Unterkunft und ein Teil wurde zum Trocknen der Zwiebeln genutzt. Auch ein Steinofen zum Brotbacken, der heute noch funktioniert, ist dort integriert. Im östlichen Pavillon gab es einen Keller, der „Saut-de-loup“ genannt wurde. In ihm bewahrte man Karotten, Rote Beete und Futterrüben auf. Im Dachgeschoss wurden getrocknete Früchte und Getreide für das Vieh gelagert. Im unteren Teil des Nebengebäudes war und ist heute noch ein Schuppen für Autos. Im mittleren Teil dieses Gebäudes befand sich die Schreinerei, die Werkstatt zur Herstellung und Reparation der Gerätschaften sowie der Fässer. Am Ende des Gebäudes wurden die Getreidesäcke, die Pumpe um die Pferde zu waschen, an der Decke hängende Käsekörbe, Haferballen für die Strohsäcke, Daunen für die Kopfkissen und Decken und Wolle für die Matratzen deponiert. Darüber lagerten auf dem Dachboden verschiedene Getreidesorten und Holz zum Bauen.


home / Diashow / Partner // vor Ort / der Verein / die Aufgaben // Kontakt